Neurologie

Definition: Fachgebiet der Medizin, das sich mit der Erforschung, Diagnose und Behandlung der Erkrankung des Nervensystems befasst. (Pschyrembel, klinisches Wörterbuch 257. Auflage)

Zu den Erkrankungen des zentralen Nervensystems zählen angeborene oder früherworbene Hirnschädigungen und Entwicklungsstörungen sowie Schädigungen des Gehirns nach Abschluss der Hirnreife.

Trotz unterschiedlichster Variation und Individualität zeigen alle Menschen eine grundliegende Struktur in ihrer normalen Bewegung. Eine normale Bewegung erfolgt zielgerichtet, koordinativ fließend, ökonomisch, adaptiert, automatisiert und/oder willkürlich.

Erleidet das ZNS einen Schädigung/Läsion unterschiedlichster Ursache, stellt sich dies in einem vielseitigen klinischen Erscheinungsbild dar. Die Defizite variieren je nach Lokalisation, Größe, Ursache, Ausbreitung und Entwicklungsgeschwindigkeit der Verletzung.

Gemeinsames Ziel besteht darin, verloren gegangene Bewegungen/Funktionen wiederzuerlangen und pathologische Kompensationsstrategien zu vermeiden bzw. zu minimieren, um die größtmögliche Selbstständigkeit in der Alltagsbewältigung zu erreichen.

In verschiedenen Fällen ist jedoch die völlige Genesung aus medizinischen Gründen voraussichtlich nicht mehr zu erlangen. Hier gilt es, ein angemessenes Arrangement mit der aktuellen Lebenssituation zu vereinbaren. Behandlungsinhalte im neurologischen Fachbereich sind u.a. Bewegungserhaltung und -erweiterung anhand von Mobilisation, Tonusregulation, Dehnung, Kräftigung und konditionelle Steigerung unter Vermeidung von path. Kompensation; Schmerz-, Narben-, Thermo- und Sensibilitätsbehandlung. Krankheitsbewältigung und Alltagstraining; aber auch Hilfsmittelversorgung, Herstellen von Hand- und Armschienen, sowie Patienten und Angehörigenberatung sind Bestandteil der ergotherapeutischen Maßnahmen.
Der Erfolg einer Genesung hängt neben einer kompetenten ergotherapeutischen Behandlung vom Patienten mit seinen individuellen Eigenschaften, wie Persönlichkeit, psychische und physische Voraussetzungen, prämorbider Status sowie des Allgemeinzustandes ab. Hinzu kommt das Umfeld, in dem sich der Patient befindet und ggf. weitere therapeutische und medizinische Maßnahmen.